Solarwatt MyReserve: modularer DC-Speicher erklärt
Der Solarwatt MyReserve ist ein DC-gekoppelter Lithium-Ionen-Batteriespeicher, der seit seiner Markteinführung für sein modulares Aufbaukonzept bekannt ist. Er lässt sich in Kapazitätsschritten erweitern und direkt in den Gleichstromkreis zwischen Solarmodule und Wechselrichter einbinden – eine Bauweise, die Umwandlungsverluste reduziert. Dieser Ratgeber erklärt, wie das System aufgebaut ist, was DC-Kopplung konkret bedeutet und für welche Photovoltaikanlagen ein solcher Speicheransatz sinnvoll ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Der MyReserve ist DC-gekoppelt: Die Batterie wird direkt aus dem Gleichstromkreis der PV-Anlage geladen, was Umwandlungsverluste reduziert.
- Das modulare Konzept erlaubt eine stufenweise Erweiterung – ein Steuermodul lässt sich mit mehreren Batteriepacks kombinieren.
- DC-gekoppelte Speicher eignen sich besonders für Neuinstallationen, bei denen Anlage und Speicher gemeinsam geplant werden.
- AC-gekoppelte Speicher sind oft die bessere Wahl bei einer Nachrüstung in bestehende Anlagen ohne kompatiblen Wechselrichter.
- Welcher Speicher – Hersteller, Kopplung, Kapazität, Notstromfähigkeit – für ein konkretes Projekt passt, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab und sollte in einer Fachberatung geklärt werden.
Was ist der Solarwatt MyReserve?
Solarwatt ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Dresden, das sowohl Solarmodule als auch Stromspeicher und Energiemanagementsysteme herstellt. Der MyReserve ist das Kernspeicherprodukt des Unternehmens für den Eigenheimbereich und wurde über mehrere Generationen weiterentwickelt – aktuelle Varianten tragen Bezeichnungen wie MyReserve Matrix oder MyReserve 800.
Der Speicher basiert auf Lithium-Ionen-Technologie und ist als DC-gekoppeltes System ausgelegt. Das bedeutet: Die Batterie sitzt nicht hinter dem Hausnetz-Wechselrichter, sondern wird direkt aus dem Gleichstromkreis zwischen Solarmodulen und PV-Wechselrichter gespeist. Der Wechselrichter wandelt den Strom erst dann in Wechselstrom um, wenn er ins Hausnetz oder ins Netz fließt – unabhängig davon, ob er zuvor zwischengespeichert wurde oder nicht.
Der MyReserve besteht aus zwei Hauptkomponenten: einem Command-Modul (Steuereinheit mit Batteriemanagementsystem und Leistungselektronik) und einem oder mehreren Battery-Packs. Diese Packs werden auf das Command-Modul aufgesetzt oder daran angereiht, was dem Produkt seinen modularen Charakter gibt.
Modularer Aufbau: Kapazität Schritt für Schritt
Das zentrale Konstruktionsmerkmal des MyReserve ist seine Skalierbarkeit. Eine Steuereinheit kann mit mehreren Batteriepacks kombiniert werden. Beim MyReserve 800 beispielsweise umfasst ein Basismodul eine nutzbare Kapazität von rund 4,4 kWh; durch ein zweites Pack lässt sich diese auf 8,8 kWh verdoppeln. Größere Kapazitäten sind durch die Kopplung mehrerer Steuereinheiten möglich – theoretisch bis in den dreistelligen kWh-Bereich, in der Praxis für Eigenheime aber meist im einstelligen bis zweistelligen kWh-Bereich.
Diese Bauweise hat einen praktischen Vorteil: Wer heute mit einer kleineren Anlage startet und mittelfristig den Eigenverbrauch weiter steigern oder ein Elektrofahrzeug laden möchte, kann den Speicher nachträglich erweitern, ohne das gesamte System ersetzen zu müssen. Voraussetzung ist, dass die Planung das vorsieht – Verkabelung, Aufstellfläche und Systemauslegung müssen eine spätere Erweiterung zulassen.
Die Batteriepacks des MyReserve sind als sogenannte gestapelte Einheiten konzipiert. Im Vergleich zu einem fest verbauten, kompakten All-in-one-Speicher erfordert das etwas mehr Platz am Aufstellort, gibt aber mehr Flexibilität bei der Konfiguration.
- Basiskapazität MyReserve 800: rund 4,4 kWh nutzbar
- Erweiterung durch zusätzliches Batterie-Pack: bis ca. 8,8 kWh pro Steuereinheit
- Mehrere Steuereinheiten koppelbar: größere Gesamtkapazitäten möglich
- Nachträgliche Erweiterung planbar, aber von Anfang an in der Installation vorzusehen
DC-Kopplung: Was bedeutet das technisch?
In einer PV-Anlage liefern die Solarmodule Gleichstrom (DC). Ein Wechselrichter wandelt diesen DC-Strom in Wechselstrom (AC) um, der im Hausnetz genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist wird. Ein Stromspeicher kann in diesem Kreislauf an zwei verschiedenen Stellen eingebunden werden – und genau das ist der Unterschied zwischen DC- und AC-Kopplung.
Bei der DC-Kopplung wie beim MyReserve wird der Speicher vor dem Wechselrichter in den Gleichstromkreis eingebunden. Der Solarstrom fließt zunächst in die Batterie und wird erst beim Verbrauch oder der Einspeisung einmalig durch den Wechselrichter in AC umgewandelt. Der Ladepfad: DC (Solarmodul) → DC (Batterie) → AC (Wechselrichter) → Hausnetz. Die Anzahl der Stromwandlungen ist minimal.
Bei der AC-Kopplung ist der Speicher hingegen hinter dem Wechselrichter im Wechselstromnetz des Hauses angebunden. Um die Batterie zu laden, muss der bereits in AC gewandelte Strom von einem separaten Batterie-Wechselrichter erneut in DC zurückgewandelt werden. Beim Entladen erfolgt wieder eine DC-zu-AC-Wandlung. Der Ladepfad: DC → AC → DC (Batterie) → AC → Hausnetz. Jede Wandlung kostet Energie.
In Zahlen: DC-gekoppelte Systeme erreichen einen Gesamtwirkungsgrad von etwa 92 bis 95 Prozent über den kompletten Lade- und Entladezyklus. AC-gekoppelte Systeme kommen typischerweise auf 85 bis 90 Prozent. Der Unterschied von einigen Prozentpunkten klingt gering, macht sich aber über Jahre und tausende Ladezyklen im nutzbaren Ertrag bemerkbar.
Wann ist DC-Kopplung vorteilhaft – und wann nicht?
DC-gekoppelte Speicher wie der MyReserve spielen ihren Effizienzvorteil vor allem dann aus, wenn PV-Anlage und Speicher gemeinsam geplant und installiert werden. Der Wechselrichter muss mit der Batterie kompatibel sein und das System muss als Einheit ausgelegt werden. Der MyReserve ist laut Herstellerangaben mit allen gängigen PV-Wechselrichtern kompatibel, da er im DC-Kreis ohne direkte kommunikative Kopplung an den Wechselrichter betrieben werden kann – er sitzt zwischen den Modulen und dem Wechselrichtereingang.
Bei einer nachträglichen Erweiterung einer bestehenden Anlage sieht die Abwägung anders aus. Wenn ein Wechselrichter bereits installiert ist und keine DC-seitige Speicheranbindung unterstützt oder vorsieht, ist eine AC-Kopplung oft die praktischere Lösung – der Speicher wird einfach ans Hausnetz angebunden, ohne den bestehenden Wechselrichter anzutasten. Die etwas geringere Effizienz wird dabei durch den deutlich geringeren Installationsaufwand und die breitere Kompatibilität aufgewogen.
Für Neuinstallationen, bei denen Anlage und Speicher von Anfang an zusammen geplant werden, lohnt sich eine genaue Prüfung, ob DC-Kopplung möglich und sinnvoll ist. Die Entscheidung hängt von der Anlagenleistung, dem Eigenverbrauchsprofil, dem Wechselrichtermodell und dem verfügbaren Budget ab.
Für welche Anlagen ist der MyReserve geeignet?
Das System richtet sich an private Eigenheimbesitzer mit Photovoltaikanlagen im typischen Eigenheimbereich – also Anlagengrößen von etwa 5 bis 15 kWp. Die nutzbaren Kapazitäten im einstelligen bis zweistelligen kWh-Bereich decken den typischen Tagesverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts gut ab.
Ein wesentlicher Aspekt bei der Speicherauswahl ist die Frage der Notstromfähigkeit. Nicht jeder Batteriespeicher kann im Falle eines Netzausfalls das Haus autonom mit Strom versorgen. Die MyReserve-Produktlinie bietet je nach Konfiguration und ergänzenden Systemkomponenten Optionen für Ersatzstrom oder vollständige Notstromversorgung – das muss jedoch bereits bei der Planung berücksichtigt und entsprechend ausgelegt werden.
Wer seinen Speicher mittelfristig erweitern möchte – etwa weil eine Wallbox für ein Elektrofahrzeug hinzukommt oder der Stromverbrauch durch eine Wärmepumpe steigt – sollte die Erweiterungsfähigkeit des Systems von Anfang an einplanen. Hier bietet der modulare Ansatz des MyReserve einen praktischen Vorteil gegenüber monolithischen Einheiten.
Speicherauswahl: Hersteller, Größe, Kopplung individuell klären
Der MyReserve ist ein technisch durchdachtes Produkt mit klaren Stärken beim modularen Aufbau und der DC-Kopplung. Gleichzeitig gibt es am Markt eine Vielzahl weiterer Speichersysteme – AC-gekoppelte Lösungen, andere DC-Systeme, integrierte All-in-one-Wechselrichter-Speicher-Einheiten –, die je nach Projekt besser oder schlechter passen können.
BRIAN Solar ist als SENEC-Fachpartner auf die Planung und Installation von Photovoltaikanlagen inklusive Speichersystemen spezialisiert. Die Wahl des richtigen Speichers – Hersteller, Kapazität, Kopplungsart, Notstromfähigkeit – hängt von der konkreten Anlage, dem Hausnetz, dem Verbrauchsprofil und den Zielen des Betreibers ab. Eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Hersteller oder ein bestimmtes Modell wäre hier nicht seriös.
Im kostenlosen Erstgespräch klärt BRIAN Solar, welche Speicherlösung zu einer geplanten oder bestehenden PV-Anlage im Raum Klettgau, Hochrhein und Südbaden passt – technisch wie wirtschaftlich. Das schließt die Frage ein, ob DC- oder AC-Kopplung im jeweiligen Fall sinnvoller ist, wie groß der Speicher sein sollte und ob eine Notstromfunktion benötigt wird.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dem MyReserve und einem AC-gekoppelten Speicher?
Der MyReserve ist DC-gekoppelt: Er wird direkt im Gleichstromkreis zwischen Solarmodulen und Wechselrichter eingebunden. AC-gekoppelte Speicher hängen hingegen im Hauswechselstromnetz. DC-Kopplung reduziert die Anzahl der Stromwandlungen und erreicht dadurch einen etwas höheren Systemwirkungsgrad – typischerweise 92 bis 95 % gegenüber 85 bis 90 % bei AC-Kopplung. Dafür ist die Integration bei Neuinstallationen enger zu planen.
Welche Kapazität hat der MyReserve?
Die nutzbare Kapazität hängt von der jeweiligen Produktgeneration und Konfiguration ab. Beim MyReserve 800 liegt sie pro Basiseinheit bei rund 4,4 kWh und kann durch ein weiteres Pack auf ca. 8,8 kWh erweitert werden. Mehrere Steuereinheiten lassen sich koppeln, um größere Gesamtkapazitäten zu erreichen. Für ein Eigenheim mit einem Vier-Personen-Haushalt sind in der Regel 5 bis 15 kWh nutzbare Kapazität sinnvoll, je nach Verbrauchsprofil.
Kann ich den MyReserve auch nachträglich in eine bestehende PV-Anlage einbauen?
Grundsätzlich ist eine nachträgliche Integration möglich, da der MyReserve laut Hersteller mit gängigen PV-Wechselrichtern kompatibel ist. Bei bestehenden Anlagen muss jedoch geprüft werden, ob der vorhandene Wechselrichter und die Verkabelung die DC-seitige Einbindung zulassen. In manchen Fällen ist eine AC-Kopplung mit einem anderen Speichersystem die einfachere und wirtschaftlichere Lösung. Ein Fachbetrieb sollte das vor Ort bewerten.
Bietet der MyReserve auch Notstromfunktion?
Die Notstromfähigkeit hängt von der konkreten Systemkonfiguration ab – nicht jede MyReserve-Variante bietet automatisch eine vollständige Ersatzstromversorgung. Soll der Speicher im Falle eines Netzausfalls das Haus autonom versorgen, muss das bei der Planung explizit berücksichtigt werden: Systemkomponenten, Schaltung und Leitungsschutz müssen entsprechend ausgelegt sein. Diese Anforderung sollte früh im Planungsprozess geklärt werden.
Gilt für einen Stromspeicher wie den MyReserve der Nullsteuersatz bei der Mehrwertsteuer?
Seit Januar 2023 gilt in Deutschland ein Umsatzsteuersatz von 0 % auf die Lieferung und Installation von Batteriespeichern, die in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage am oder in der Nähe des Eigenheims genutzt werden. Der Nullsteuersatz gilt auch für nachträglich installierte Speicher. Maßgeblich sind die aktuell gültigen Regelungen des Umsatzsteuergesetzes – im Zweifel klären Sie das mit Ihrem Installateur oder Steuerberater.
Welchen Speicher empfiehlt BRIAN Solar?
BRIAN Solar ist SENEC-Fachpartner und plant Speicherlösungen je nach den konkreten Gegebenheiten eines Projekts. Die Wahl des richtigen Speichers – Hersteller, Kapazität, Kopplungsart und Notstromfähigkeit – hängt von der Anlagenleistung, dem Verbrauchsprofil, dem vorhandenen Wechselrichter und den Zielen des Betreibers ab. Im kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie eine auf Ihre Situation abgestimmte Empfehlung, ohne pauschale Produktfestlegung.
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